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Das Arztgespräch

Das Arztgespräch stellt den Beginn jeder Behandlung dar. Seine Bedeutung kann man daran ermessen, dass sich aus dessen Verlauf die gesamte weitere Diagnostik entwickelt und die Entscheidung zur medizinischen Behandlung getroffen wird. Daher ist es entscheidend, wie dieses Gespräch geführt wird. Ängste um die Gesundheit, ein starkes Krankheitsgefühl oder Aufregung können die Fähigkeit des Patienten deutlich einschränken, sein Anliegen wiederzugeben. Aber auch Zeitdruck oder Unruhe von Seiten des Arztes können dazu führen, dass wichtige Informationen zur Krankengeschichte nicht vermittelt werden können. Daher ist es wichtig, in einem Arztgespräch für Ruhe und ausreichend Zeit zu sorgen, damit der Patient die Chance erhält, über sein Problem reden zu können. Die Gesprächsführung wird in der Regel vom Arzt übernommen, der mit offenen und gezielten Fragen versucht, eine Arbeitsdiagnose zu erstellen. In einer solchen „Anamnese“ werden alle Faktoren besprochen, die zur Entscheidungsfindung hilfreich sein können. Wie jedes Gespräch, ist auch das Arztgespräch geprägt von gegenseitiger Sympathie oder Ablehnung, von der emotionalen Reaktion auf das Geschilderte aber auch vom Stimmungszustand der Beteiligten. Das Gespräch ist offensichtlich am Anfang nicht gleichberechtigt. In der Regel kommt der Patient mit der Bitte und dem Wunsch um medizinische Hilfe, er begibt sich in eine Abhängigkeit, muss persönliche, manchmal auch intime Details seines Lebens erzählen. Hinzu kommen subjektiv empfundene negative Erfahrungen mit medizinischem Personal oder anderen Ärzten. Verunsicherung, Ängste und Hilflosigkeit sind häufige Gefühle von erkrankten Menschen. Sie fürchten um ihre persönliche Integrität und reagieren mit Zurückgezogenheit, paradoxem Verhalten aber auch mit latenter Aggressivität. Diese Gefühle muss ein Arzt verstehen und richtig deuten können – nur so ist eine adäquate Hilfe möglich. Dem Arzt muss seine Dominanz bewusst sein, er kann sie mit Autorität dosiert einsetzen, muss sie aber auch zurücknehmen können, um Vertrauen beim Patienten zu gewinnen. Denn nur ein vertrauensvolles Verhältnis ist die Grundlage für eine zielgerichtete und gesundheitsorientierte Behandlung.